Dienstag, 12. Dezember 2017

Denunzianten


Zensur statt Kultur – Dr. Lederer als Krisensymptom der Linken


VERÖFFENTLICHT VON LZ ⋅ 12. DEZEMBER 2017


von Rainer Rupp – https://deutsch.rt.com

Der größte Lump im ganzen Land ist und bleibt der Denunziant. Ein linker Kultursenator bekämpft eigene Gesinnungsgenossen vehementer als den politischen Gegner. Und er ist nicht der Einzige. Was ist eigentlich in der Linkspartei los?



von Rainer Rupp

Mit der Frage nach dem Geisteszustand, „Sind die Linken im Parteivorstand verrückt geworden?“, traf der engagierte Antimilitarist, vielfach preisgekrönte Schriftsteller und Journalist Dr. Wolfgang Bittner den Nagel auf den Kopf. Auf diese Weise reagierte der promovierte Jurist Bittner am 7. Dezember auf einen Mehrheitsbeschluss des Parteivorstands. Der Beschluss sollte den linken Berliner Kultur-Senators Dr. Klaus Lederer unterstützten, der die Verleihung des von der linken Neuen Rheinischen Zeitung(NRhZ) ausgelobten Karlspreises an den bundesweit bekannten Journalisten Ken Jebsen mit bösartigen Verleumdungen zu hintertreiben versucht hatte.

Als Gebieter über den Kulturetat der deutschen Hauptstadt hatte der linke Zensur-Senator den Betreiber des einzigen städtischen Berliner Kinos – „Babylon“ – genötigt, den Mietvertrag für eine Preisverleihung an Jebsen am 14. Dezember 2017 zu kündigen. Zur Begründung führte Genosse Lederer das Argument an, dass die Veranstaltung nichts Anderes sei als ein „Jahrmarkt der Verschwörungsgläubigen und Aluhüte“. Zudem würde es dort von „Querfront“-Anhängern nur so wimmeln.

Die „Querfront“ unter jedem Gullydeckel



Vergiftete Worthülsen wie „Querfront“, die je nach Gefühl alles und nicht aussagen, sind natürlich ganz tolle justiziable Rechtfertigungen zur Aufkündigung eines rechtsgültig abgeschlossenen Mietvertrags. Wahrscheinlich sind deshalb auch Lederer Zweifel gekommen. Daher hat er mit der noch immer garantiert wirkenden Antisemitismuskeule nachgelegt. Jebsen – so heißt es in seiner Facebook-Nachricht weiter – sei in der Vergangenheit durch „offenen, abgründigen Israelhass“ sowie durch die „Verbreitung typisch antisemitischer Denkmuster in Erscheinung getreten“. Tatsächlich kündigte der Betreiber des Kinos daraufhin den Mietvertrag mit der NRhZ, woraufhin diese prompt einen gerichtlichen Beschluss zu ihren Gunsten erwirkte.

Damit hat Lederer mit seinem Zensur-Versuch vor einem Berliner Amtsgericht eine Schlappe auf ganzer Linie erlitten. Die Preisverleihung wird am Donnerstag, dem 14. Dezember, wie vorgesehen im Babylon stattfinden. Das Gericht sah weder den vom Senator ausgeübten Druck noch die vom Babylon-Betreiber vorgebrachten anderen Argumente als hinreichende Begründung für den Vertragsbruch.

Dabei hätte der promivierte Jurist Lederer es besser wissen müssen – und auch, dass Artikel 5 des Grundgesetzes das Recht eines jeden garantiert, „seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten“. War dem Genossen Lederer bereits die Arroganz der Macht zu Kopf gestiegen? Hatte er gar womöglich geglaubt, dass seine denunziatorischen Schlagworte automatisch in Berlin blindes Gehör finden würden.

Vielleicht aber ist Genosse Lederer trotz seines Doktortitels der Jurisprudenz dümmer als man glaubt. Dafür spricht u. a. seine Rechtfertigungsrundmail, die er als Antwort auf die vielen Proteste gegen seinen Zensurversuch in die politische Landschaft geschickt hatte. Für den Kolumnisten Ulrich Gellermann besteht das „Glanzstück“ dieser Mail aus nachfolgender Passage:

‚Verboten‘, wie immer wieder kolportiert wurde, habe ich die Veranstaltung nicht und könnte ich auch nicht. […] (Aber) wer erhebliche öffentliche Mittel erhält, trägt eine besondere Verantwortung dafür, was in seinen Räumen stattfindet und wer dort eine Plattform erhält.

Mehr lesen: Causa Jebsen und der fortschreitende Niedergang der politischen Diskussionskultur in Deutschland
Unverhohlene Erpressung als kritische Äußerung

Mit dieser Warnung wollte der Herr Senator auch dem Dümmsten klarmachen, welcher Wind durch die Flure der Berliner Verwaltung weht. Aus dem Beamtendeutsch übersetzt heißt das: „Wer Geld aus Lederers Haus erhält, der soll sich gefälligst auch an Lederers Meinung halten“, so Gellermann.

Auch Andrej Hunko, MdB der Linken, übte scharfe Kritik an den Versuch Lederers, sein Fehlverhalten in der Rundmail zu bagatellisieren. In einer persönlichen Erklärung schreibt Hunko:

Es ist ein Unterschied, ob ich eine Preisverleihung an einen Journalisten gut finde oder nicht. Es ist etwas Anderes, ob ich mich dagegen öffentlich äußere oder sogar friedlich demonstriere. Es ist wiederum etwas Anderes, ob ich sie physisch verhindern will. Und es ist etwas Anderes, ob ich als Inhaber eines öffentlichen Amtes Druck auf eine von öffentlicher Finanzierung abhängige Einrichtung ausübe, um die Veranstaltung zu verhindern.

Letzteres als „kritische Äußerung“ zu bagatellisieren, wie es Lederer in seiner Mail getan habe, sei ein Versuch, „genau diese Unterschiede zu verwischen“.

Auch wenn manche Ken Jebsens Art des Auftretens nicht lieben, so wird ihm niemand, der vorbehaltlos seine Arbeit für die antimilitaristische und friedenserhaltende Aufklärung bewertet, umhinkommen, ihm zumindest großen Respekt zu zollen. Erst recht ist Jebsen – jedenfalls nach europäischen Maßstäben – kein Rassist oder Antisemit.

Das ist eine absurde und längst von Gerichten widerlegte Beschuldigung. Dennoch wird diese Beschuldigung von sich als „links“ bezeichnenden Eiferern immer wieder, in der Regel anonym, gegen Jebsen eingesetzt. Dabei gehört der zu den wenigen unbeugsamen Journalisten, die sich mutig der Kriegspropaganda entgegenstellen, die tagtäglich in den Konzern- und Regierungsmedien Verbreitung findet.

Was aber macht Ken Jebsen so besonders gefährlich für das linke Establishment und dessen Anhang? Wahrscheinlich ist es die ungewöhnlich große und ständig wachsende Zahl seiner Leser, Zuhörer und Zuschauer, die in die Hunderttausende geht. Damit aber wird auch das Definitionsmonopol der Parteiführung über linke Friedens-, Sozial- und Wirtschaftspolitik in Frage gestellt. Dies wiederum erschwert die Verwirklichung der Pläne der Parteiführung, die mit ihren angepassten Vorstellungen perspektivisch auf eine Regierungskoalition mit SPD und Grünen ausgerichtet ist. Eine solche aber würde die Aufgabe linker Grundpositionen voraussetzen, wie z. B. die Ablehnung jeglicher Auslandseinsätze der Bundeswehr.

Bei möglichen Neuwahlen zum Bundestag könnte sich bereits im Frühjahr 2018 eine Chance auf eine rot-rot-grüne Koalition ergeben. Daher ist es für die Linken-Führung wichtig, die in der Partei und in der Bevölkerung noch vorhandenen Widerstände gegen diese Pläne zu schwächen und sich zugleich von allen linken Bewegungen, die gegen NATO, gegen die EU-Militarisierung und gegen die neoliberale Globalisierung sind, entschieden zu distanzieren. Aber das allein genügt nicht, um bei der SPD und bei den Grünen als Koalitionär auf Bundesebene glaubwürdig zu werden. Daher versuchen die linken Emporkömmlinge im real existierenden Neoliberalismus, sich mithilfe von Diffamierungen linker Andersdenkender als Querfrontler, Aluhutträger und Verschwörungstheoretiker und durch deren Denunziation als rechtsaffin oder antisemitisch als verlässliche Partner in der marktkonformen BRD-Demokratie zu profilieren.

Das hat auch die über deutsche Grenzen hinaus bekannte Nahost-Expertin und Journalistin Karin Leukefeld am eigenen Leib erfahren. In einem Schreiben an die NRhZ, in dem sie der Redaktion zur Entscheidung des Berliner Amtsgerichts gratuliert, skizziert sie den hinterhältigen Kampf der offiziellen gegen alle andersdenkenden Linken:

Es ist ungeheuerlich, dass in Deutschland erneut Menschen ihrer Meinung und ihres Einsatzes für Frieden und Völkerverständigung wegen öffentlich angeprangert, stigmatisiert, diffamiert und bedroht werden. Autoren, Journalisten, Politiker und viele namenlose Aktivisten sind betroffen.

Begriffe aus dem Sprachschatz der Geheimdienste



Tatsächlich sei seit einigen Jahren im linken Spektrum die erschreckende Entwicklung zu sehen, dass Menschen, die für Frieden und gegen Militarismus eintreten, oder Journalisten, die über sie berichten, als „Querfront zwischen Rechten und Linken“ diffamiert werden. Ziel dieser Kampagnen sei es, Aufklärung zu verhindern und durch Denunziation das Engagement dieser Menschen zu lähmen, die sich gegen eine neue deutsche Großmachtpolitik organisieren, die den Krieg so sicher enthält wie die Regenwolke das Wasser.

In den 1950er Jahren galt diese Art der Diffamierungskampagnen vor allem denjenigen, die gegen die Wiederbewaffnung Deutschlands und die atomare Rüstung auftraten, darunter viele Kommunisten. Später waren es die Proteste gegen den Vietnamkrieg, gegen Kolonialismus, gegen Besatzung und Rassismus. Dann traf es die Initiativen gegen Atomkraft, Proteste gegen den Jugoslawienkrieg, gegen den Afghanistankrieg und dann den Irak-Krieg, gegen die neoliberale Wirtschaftsordnung sowie gegen die Militarisierung des Alltags. Diffamierungskampagne folgte auf Diffamierungskampagne. Aktuell richten sie sich vor allem gegen Menschen, die für Frieden und für die Verständigung mit Russland eintreten.

Allerdings gibt heute einen wesentlichen Unterschied zu früheren Zeiten: Damals mussten die Vertreter des Kapitals, die rechten Militaristen, die Revanchisten und Erzkonservative die linken Bewegungen für Frieden und gegen Aufrüstung noch selbst denunzieren. Heute erledigt das Establishment der Partei „Die Linke“ diese schmutzige Arbeit für sie. Dafür dürfen Establishment-Linke sogar in Konzernmedien, die sonst ständig für neue Kriege werben, andersdenkende Friedensaktivisten als „Querfrontler“ diffamieren und möglichst auch noch beruflich ruinieren.

Meist finden die linken Schmutz- und Diffamierungsaktionen gegen Andersdenkende jedoch anonym statt. Nur selten können Ross und Reiter so klar benannt werden wie im Fall Lederer. Daher hat Wolfgang Gehrcke, bis 2017 außenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion der Linken, daran erinnert, dass Ausdrücke wie „Querfront“ aus der Requisitenkiste der Geheimdienste stammen. Zugleich hat er den Vorstand der Linken aufgefordert: „Macht Schluss mit stalinistischen Geheimverurteilungen.“ Stattdessen plädiert er für eine „öffentliche argumentative Auseinandersetzung“ statt Verurteilungen mit leeren Begriffen.

https://deutsch.rt.com/meinung/61995-zensur-statt-kultur-dr-lederer /





Sonntag, 10. Dezember 2017

Wortmeldung von Fariss Wogatzki

Herr Fariss Wogatzki, dessen Buch "Möge keiner sagen, er hätte es nicht gewusst!" ich kürzlich unter dem Titel DIE "FACKEL" DES HERAKLES rezensieren durfte, schickte mir soeben aus gegebenem Anlass folgende Zeilen:

Lieber Herr Popow, wir sind informiert und mehr noch erschüttert doch nicht tatenlos über des zum Verbrechen angestachelten, abermaligen und fortgeführten Verbrechens gegen Palästinenser seit vergangenen Mittwoch.Wer die DDR versteht, wer den Raub und die Aushöhlung der faktischen Geschichte der DDR versteht, hat ein zweifelsfrei elementares geistiges Rüstzeug die imperialistische Propaganda zu schlagen. Wie mir jedoch scheint, sind die meisten jungen Menschen nicht in der praktischen Lage,die sonnenklaren Zusammenhänge zu verstehen, oder aber auf diese adäquat und selbstdenkend kreativ zu reagieren. Herzlich Fariss Wogatzki
Mein Name ist Fariss Wogatzki

Ich wurde 1971 in Berlin-Pankow (DDR) geboren. Mit dem Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes der BRD am 04.10.1990 wurde ich durch Räson-Lüge "Im deutschen Namen" zum "immerwährenden" Schuldner der durch die >>reaktionärste Elite Deutschlands, der  deutschen Wirtschaft, der deutschen Rüstungsindustrie, der  deutschen Bankhäuser, der deutschen Regierung!<< am millionenfachen Mord durch die Reichsregierung Deutschlands.
Durch den vergesellschafteten "Lettre de caché" gegen das Volk von
Deutschland, die Schuldverschiebung, die Ursachenleugnung durch die
Bundesregierungen wurde ich mit meinem 19. Lebensjahr zum Mitttäter am Mord von 6 Millionen Juden verurteilt. Wer die vielen Millionen anderen Mordopfer der deutsch-faschistischen Regierung in der bundesdeutschen Geschichtsdeutung sucht, hat zu suchen. Im Geschichtsbild der Bundesregierung gibt es Juden als Opfer und Deutsche als Täter. Das war´s.

Mein Name ist Fariss Wogatzki. Ich wurde 1971 in Berlin-Pankow (DDR)
geboren. Ich besuchte eine Polytechnische Oberschule. >>Meine Lehrer
zeigten mir auf, wer die Installateure des “Dritten Reichs” waren, wo
die Ursachen der deutschen Verbrechen lagen, wo und wie die Verbrecher
nach 1949 wieder eingereiht wurden. Wer könne mir das Gegenteil
beweisen? Wer will die Tatsachen leugnen?<< (Aus: Möge keiner sagen, er hätte es nicht gewusst!; Zambon Verlag 2017)

Die Inkollektivhaftnahme aller Menschen in Deutschland für die
deutsch-faschistischen Mordtaten, der Massenmorde, wie die
Bundesregierung sie in obszöner Weise reduziert auf 6 Millionen
jüdischer Menschen, zeigt allen Menschen in Deutschland: Das ab Mai 1945 in Ruheschaft befundene System Imperialismus in Deutschland wurde im Oktober 1990 ganzheitlich re-union-ös  reinstalliert. Es herrscht in Deutschland kein Faschismus. Doch die Rekonstruktion der einzigen
Geschichte des deutschen Faschismus, jeder Vernunft gebrauchende Mensch richtet dabei seinen Verstand  allein auf Fakten und nicht auf der
imperialistisch bundesdeutschen Interpretation von Geschehnissen der
Geschichte, sieht, dass sich der deutsche Faschismus nach 1948 in den
bundesdeutschen Amtsstuben in nahezu identischer Position befand.

Die westalliierten Mächte spalteten den Völkerbund deutscher Länder,
installierten als geostrategischen Stützpunkt die Bundesrepublik,
pfropften dem bundesdeutschen Volk das nie vorgelegte Grundgesetz vor im bereits bestandenen Kalten Krieg; vorneweg die losgelöste
Währungsreform. Grundsätzlich und unwidersprochen: "Die Bundesrepublik war ein Glücksfall für die Täter des Verbrecherstaates."

Mein Name ist Fariss Wogatzki. Ich wurde 1971 in Berlin-Pankow (DDR)
geboren. Ich habe nicht die bundesdeutschen Schulbildung erdulden müssen.  Der signifikante Bildungsunterschied der zwei deutschen Teilstaaten ist im Grundsatz zu finden, dass auch mir alle Ursache menschlichen, allem staatlichen Unrecht und faschistischen Verbrechen aufgezeigt wurde. Und aus diesem signifikanten Grund verweigere ich mich der zionistischen Mittäter in Deutschland, der israelischen Verbrecher und ihrem imperialistischen Rassenfanatikern.

Wie ich den deutschen Faschismus verabscheue, verabscheue ich den
israelischen Faschismus gegen das Volk Palästinas. Ich verabscheue mit
Recht & Pflicht die israelischen Faschisten. Ich verabscheue die
bundesdeutsche Proliferation am Faschistenstaat Israel. Und ich
verabscheue es, dass dem Zionismus in Deutschland Haus und Hof,
Schatzkammern, Medien und Formungsanstalten angeschlossen sind; dass es dem Zionismus gestattet wurde, das Judentum zu missbrauchen und der
zionistische Faschismus in Deutschland gefördert wird.

>> Möge keiner sagen, er hätte es nicht gewusst!<<, dass der Faschismus
vom faschistischen Deutsches Reich in modifizierter, auf des Zionismus
Ansprüche an Israel weitergegeben wurde. Wie Deutschlands
imperialistische Ignoranz, sind die UNO mit ihrem Unrechtsurteil
Resolution 181 Beteiligte am Verbrechen gegen das Volk Palästinas.

Ich, Fariss Wogatzki gebe Zeugnis über meine Verachtung gegenüber dem
israelischen Faschismus und seinen deutschen Zulieferern. Ich gebe
Zeugnis der  Leiden des palästinensischen Volkes; und ich sage: Möge
keiner sagen, er hätte es nicht gewusst!

Ihr Deutschen wisst um die Verbrechen und Verbrecher! Eure einzige
Schuld ist es, euch dem Faschismus, gleich woher er kommt, gleich
welcher Begründungen er sich bedient, mit aller Kraft nicht
entgegenzustellen. Immer wieder wird auf die ungeheuerliche Schuld hingewiesen, die uns zum Schweigen bringen soll. Aber wie kann man gerade in Deutschland schweigen, wenn erneut ein solches Unrecht, auch durch unsere Hilfe und ein "besonderes Verhältnis" zum "Jüdischen Staat" ermöglicht wird.

Legt ab die Lüge der immerwährenden Schuldketten des Imperialismus, und kämpft als Menschen für das Recht und die Freiheit aller Menschen und aller Völker. Schließt euch alle zusammen, im internationalen Kampf für die Freiheit des palästinensischen Volkes.








Freitag, 8. Dezember 2017

Erfolg vor Gericht

NRhZ-Pressemitteilung, 07.12.2017


Erfolg vor Gericht

Urteil macht den Weg frei für die Verleihung des Kölner Karlspreises an Ken Jebsen am 14. Dezember im Babylon

Das Amtsgericht Berlin-Mitte hat am Donnerstag, 7.12.2017, in der Sache NRhZ ./. Babylon zugunsten des Antrags auf einstweilige Verfügung geurteilt. Die auf Druck des Berliner Senats erfolgte Absage der Preisverleihungsveranstaltung am 14.12.2017 im Berliner Kino Babylon war rechtswidrig und muss zurück genommen werden. Das heißt: die Neue Rheinische Zeitung wird den Kölner Karlspreis für engagierte Literatur und Publizistik am 14. Dezember ab 18 Uhr im Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz im Rahmen einer dreistündigen Festveranstaltung an Ken Jebsen verleihen.

Die Absage der Veranstaltung seitens des Babylon war wie folgt begründet worden: „Aufgrund des ausgeübten Drucks des Berliner Senats musste meine Mandantin (Babylon) konsequenter weise Ihnen (NRhZ) gegenüber die Absage erklären... Hervorzuheben ist dabei, dass der Senat seinerseits auf starken Druck von Presse und anderen Verbänden reagierte und diesen Druck eben auf meine Mandantin (Babylon) übertrug.“ Auch von anonymen Drohungen gegen das Babylon als Institution wie auch gegen seinen Geschäftsführer als Person ist in der Absagebegründung die Rede. Diese und weitere nachgeschobene Begründungen rechtfertigen laut Gericht die Absage nicht. Der Vertrag ist einzuhalten.

Insofern ist das Urteil ein Plädoyer, sich auf Zensur hinauslaufendem Druck aus Politik, Medien und Verbänden nicht zu beugen. Demokratie und Meinungsfreiheit dürfen nicht den Interessen der wenigen Mächtigen geopfert werden. Politik – insbesondere Politik, die sich als links versteht – darf sich nicht in deren Dienst stellen. In diesem Zusammenhang benutze diffamierende Begriffe sind keine Argumente. Oskar Lafontaine bezieht in Sachen Karlspreisverleihung aktuell Stellung und bringt es klar zum Ausdruck: „Begriffe wie 'Verschwörungstheoretiker' oder auch 'Querfront' stammen aus dem Arsenal der Geheimdienste.“ Sie sind dazu geschaffen, die Aufklärung imperialer Verbrechen und Bündnisse, die sich dagegen richten, zu torpedieren. Es ist geboten, sich jeglichen offenen oder verdeckten Maßnahmen der Verleumdung zu widersetzen. Deshalb heißt es auf dem Berliner Rosa-Luxemburg-Platz am 14.12. ab 16 Uhr bei der von NRhZ in Kooperation mit KenFM veranstalteten Protest-Kundgebung: "Demokratie und Meinungsfreiheit verteidigen".

Wer sich nicht heute Diffamierung, Verleumdung und Denunziation widersetzt, kann schon morgen in noch üblerer Weise zur Zielscheibe werden.



Pressemitteilung auch hier:

NRhZ-Pressemitteilung: Urteil macht den Weg frei für die Verleihung des Kölner Karlspreises an Ken Jebsen am 14. Dezember im Babylon
Erfolg vor Gericht
NRhZ 640 vom 07.12.2017
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24420

Donnerstag, 7. Dezember 2017

Neues Buch: HERAKLES IM ABENDLAND

Harrys Bücher


IN DIE STILLE GERETTET

Harry Popow: „In die Stille gerettet. Persönliche Lebensbilder.“ Engelsdorfer Verlag, Leipzig, 2010, 308 Seiten, 16 Euro, ISBN 978-3-86268-060-3)

ZWISCHEN START UND LANDUNG

Eckhard Lange: „Zwischen Start und Landung, Gelebt-gearbeitet-geflogen“, ein Lebensbericht, (Ghostwriter: Harry Popow), 168 Seiten, Preis: 17,50 Euro – Versandkostenfrei, Juli 2013, Druck und Verlag: dbusiness.de Digital Business and Printing Gmbh, Greifswalder Str. 152, 10409 Berlin, E-Mail: greifswalder@dbusiness.de oder info@dbusiness.de , www.copyhouse.de , Telefon: 030 44650342. Buchbestellungen bitte über die email Adresse info@copyhouse.de.

WETTERLEUCHTEN

Harry Popow: „WETTERLEUCHTEN - Platons erzürnte Erben haben das Wort“. Rezensionen, Essays, Tagebuch- und Blognotizen, Briefe – ein Zeitdokument“, Verlag: epubli GmbH, Auflage: 1 (18. Dezember 2015), Berlin, 392 Seiten, www.epubli.de , ISBN-10: 3737580650, ISBN-13: 978-3-7375-8065-6, Preis: 21.99 Euro

Im Stillen Park der untoten Seelen

Harry Popow: "Im Stillen Park der untoten Seelen. Tamaras Notizen – auf der Spur von Träumen und ungeweinten Tränen", AAVAA-Verlag, 1. Auflage 2016, Umschlaggestaltung AAVAA Verlag, Coverbild: Harry Popow, 335 Seiten, Taschenbuch, ISBN: 978-38459-1956-0, Preis: 11,95 Euro, Hohen Neuendorf b. Berlin, Neuerscheinungen im Juni:
http://www.aavaa.de/Im-Stillen-Park-der-untoten-Seelen
 Postadresse: Birkenwerderstraße 8, 16562 Hohen Neuendorf, OT Bergfelde, Fax: 49-3303-518 24 49

DÄMMERZEIT

Harry Popow: "DÄMMERZEIT.  EIN KESSEL  STREITLUST", epubli-Verlag. Taschenbuch, Format DIN A5, 204 Seiten, ISBN: 978-3-7375-3822-0, Preis: 11,99 Euro, zu bestellen:
http://www.epubli.de/shop/buch/D%C3%84MMERZEIT-Harry-Popow-9783737538220/52205

Telefon: 030/ 617 890 200

Der Schütze von Sanssouci

Harry Popow: „Der Schütze von Sanssouci. Das Leben mit einer Göttin – Erkenntnisse und Bekenntnisse aus acht Jahrzehnten“, Taschenbuch: 356 Seiten, Verlag: epubli; Auflage: 1 (22. Dezember 2016), Sprache: Deutsch, ISBN10: 3737538301, ISBN-13: 978-3737538305, Preis: 19,99 Euro
epubli GmbH - Print-on-Demand & Self-Publishing
Verlagsadresse: Prinzessinnenstraße 20, 10969 Berlin
Telefon des Verlages: 030 6178900
http://www.epubli.de/shop/buch/Sch%C3%BCtze-von-Sanssouci-Harry-Popow-9783737538305/59563

Harry Popow: „Der Schütze von Sanssouci. Das Leben mit einer Göttin – Erkenntnisse & Bekenntnisse aus acht Jahrzehnten“, Taschenbuch, 356 Seiten, Druck und Verlag: dbusiness.de gmbh, Greifswalder Str. 152, 10409 Berlin, ISBN 978-3-94683-729-9, Copyright © 2016, Email: info@dbusiness.de, www.dbusiness.de, Bestelladresse: http://www.shop.dbusiness.de/article/show/der-schuetze-von-sanssouci , Preis: 12,95 Euro

Das Schwedenhaus
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Harry Popow: „Das Schwedenhaus. Abgehauen in die Stille – Persönliche Lebensbilder“, Taschenbuch: 183 Seiten, Verlag: AAVAA Verlag (1. April 2017), Sprache: Deutsch, ISBN-10: 3845922443, ISBN-13: 978-3845922447, Preis: 11.95 Euro, http://www.aavaa.de/Das-Schwedenhaus

EISZEIT-BLÜTEN

Harry Popow: „EISZEIT-BLÜTEN. ROTE-NELKEN-GRÜßE AUS BLÜHENDEN LANDSCHAFTEN“, Taschenbuch: 508 Seiten, Verlag: Independently published, Brokatbook Verlag, (17. September 2017), Sprache: Deutsch, ISBN-10: 1549766864, ISBN-13: 978-1549766862, Größe und/oder Gewicht: 14 x 3,2 x 21,6 cm, Preis: 12,50 Euro
https://www.amazon.de/EISZEIT-BL%C3%9CTEN-ROTE-NELKEN-GR%C3%9C%C3%9FE-AUS-BL%C3%9CHENDEN-LANDSCHAFTEN/dp/1549766864/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1508245074&sr=1-1&keywords=EISZEIT-BL%C3%9CTEN


HERAKLES IM ABENDLAND

Harry Popow: „HERAKLES IM ABENDLAND. EIN SACK PFEFFER“. Texte: © Copyright by Harry Popow, Umschlaggestaltung: © Copyright by Harry Popow, Verlag: Selbstverlag, Dorfstraße 18 A, 15566 Schöneiche b. Bln. harry.popow@gmx.de , Druck: epubli – ein Service der neopubli GmbH, Berlin, ISBN: 978-3-7450-6521-3, Seiten: 304, Preis: 17,99 Euro
https://www.epubli.de/shop/buch/HERAKLES-IM-ABENDLAND-Harry-Popow-9783745065213/70169



Mittwoch, 6. Dezember 2017

Auf zur Kundgebung am 14. Dezember, 16 Uhr


05.12.2017
Christiane Reymann und Wolfgang Gehrcke



Unsere Antwort


An die Mitglieder des Parteivorstands der Partei DIE LINKE, an Katja Kipping, Bernd Riexinger und Harald Wolf


Liebe Katja, lieber Bernd, lieber Harald, liebe Genossinnen und Genossen des Parteivorstands der LINKEN, Ihr habt am 03.12. einen Beschluss über uns gefasst und darüber die Öffentlichkeit informiert, nicht aber uns, weder vorher noch nachher. Wir machen es etwas anders: Wir suchen das Gespräch mit Euch und informieren darüber die Öffentlichkeit.

Ihr habt lange im Parteivorstand über uns persönlich diskutiert, so wurde uns berichtet, und dann die Erwartung an die Mitglieder der LINKEN ausgesprochen, nicht an der Kundgebung am 14.12. um 16 Uhr auf dem Berliner Rosa-Luxemburg-Platz teilzunehmen. Es ist, nur zur Klarstellung, eine Kundgebung auf dem Rosa-Luxemburg-Platz „zwischen Babylon, Volksbühne und Parteizentrale der Linken“, wie die Veranstalter schreiben, eine Kundgebung „für „Demokratie und Meinungsfreiheit“ und nicht gegen die LINKE. Ihr erwartet in Eurem Beschluss, dass Mitglieder der LINKEN daran nicht teilnehmen.

Wir unsererseits haben eine Erwartung an Euch: Macht Schluss mit stalinistischen Geheimverurteilungen. Ihr habt uns von dem Tagesordnungspunkt weder vorher informiert, noch uns zu der Debatte eingeladen, noch uns danach informiert. Im Übrigen: Der  Parteivorstand ist keine Schiedskommission und selbst die hat nicht das Recht, in Abwesenheit und ohne Anhörung der „Beschuldigten“ Urteile zu fällen.

Euer Beschluss verdächtigt uns der Querfront-Strategie. Querfront, das ist eine Strategie, um rechtes Gedankengut in linke Bewegungen einzuschleusen. Das ist ein schlimmer Vorwurf an unsere Adresse, nicht bewiesen und nicht zu beweisen, er ist nur eins: diffamierend und falsch. Im Gegenteil: Wir zerbrechen uns den Kopf und arbeiten daran, wie man gegen die dramatische Rechtsentwicklung in unserem Land und in Europa einen breiten antifaschistischen Widerstand aufbauen und stärken kann; in ihm werden sich immer mehr Menschen und Kräfte engagieren, die aus ihren eigenen Motiven und Überzeugungen, die nicht unbedingt unsere sein müssen, mit den Verhältnissen so, wie sie sind, unzufrieden sind.

Ihr wisst, wir sind der Unidad Popular (oder Volksfront und Einheitsfront) verpflichtet, jedenfalls der Konsenssuche, wie sie im Krefelder Appell in den Jahren 1980-83 zu den bislang größten Mobilisierungen gegen Krieg nach dem Krieg geführt haben. Zumindest könntet Ihr es wissen, denn wir kennen uns nun schon einige Jahrzehnte: Wir haben die PDS im Westen gegründet, alles für den Konsens mit der WASG getan, dann die Europäische Linkspartei, endlich sind wir Gründungsmitglieder der LINKEN. Sollte es etwa so sein, dass unsere Freunde und Freundinnen in Israel, mit denen wir viele Veranstaltungen, Seminare, Kunstausstellungen in Deutschland und Israel organisiert haben, unsere Haltung besser kennen als Ihr?

Zurück zum Kern des aktuellen Konflikts: Er entzündete sich unsererseits nicht an der Frage pro oder contra Ken Jebsen, sondern daran, dass der Kultursenator, unser Genosse Klaus Lederer, hinten herum durch Einflussnahme auf den Vermieter, das Kino Babylon, eine politische Auseinandersetzung durch eine administrative Maßnahme ersetzt hat. Dieses Verhalten hat es in der Geschichte der Linken schon zu oft gegeben, es wird gemeinhin als Zensur bezeichnet. Dagegen wenden wir uns.

Das Parteiensystem in Deutschland, wie auch in Europa, ist in einem tiefgreifenden Umbruch begriffen. Wir wollen, dass DIE LINKE nicht Beobachterin, sondern aktiver, progressiver Teil dessen ist. Es ist die Aufgabe der LINKEN zu verhindern, dass in diesem Umbruch die Rechte noch stärker wird. Darin war die PDS im Osten einmal erfolgreich. Wir können nicht nur auf die Partei, ihre Entwicklung, ihre Erfolge bei Wahlen schauen, so wichtig die auch uns sind; wir müssen die ganze Gesellschaft ins Blickfeld nehmen, um zu einer notwendigen breiten Gegenwehr gegen Kriege der Worte, der Waffen und der Wirtschaft beizutragen. Darum haben wir übrigens auch den Aufruf „Abrüsten!“ mit auf den Weg gebracht.

Schon jetzt allerdings hat DIE LINKE, nicht zuletzt durch den Beschluss des Parteivorstands, sehr viel an Zuwendung zur Linken kaputt gemacht und Misstrauen gesät bzw. verstärkt. Solcherlei administrative Unvereinbarkeitsbeschlüsse haben selten genutzt. Der angerichtete Schaden kann, wenn überhaupt, aus unserer Sicht nur durch eine öffentliche argumentative Auseinandersetzung geschmälert werden. Dazu fordern wir Euch auf. Dazu sind wir bereit. Eurer Erwartung, uns aus der Kundgebung für Demokratie und Meinungsfreiheit und/oder der Preisverleihung an Ken Jebsen herauszuhalten, kommen wir nicht nach.

Mit solidarischen Grüßen

Christiane Reymann und Wolfgang Gehrcke



Montag, 4. Dezember 2017

Daumen hoch für "Dschermeni"

Lotti, Mitautorin von „EISZEIT-BLÜTEN“, zu dem Film „Dschermeni“



Sie schreibt, wie sehr ihr der Film in Gänze gefallen hat und was sie besonders angesprochen hat:

  1. Die Kinder sind sehr gut ausgesucht, ihr Äußeres ist ansprechend, weder süßlich noch grob, ganz natürlich, als wären sie gerade von zu Hause, Schule oder sonst woher gekommen. Sie stehen voll in ihrer Rolle und man vergisst, dass man im Kino sitzt.
  2. Ihr familiäres Milieu macht sie auch unverwechselbar. Möge es Ryet sein, deren Familie türkische Befindlichkeiten in Deutschland  weiterführen soll.. So der Großvater „Baba“, der Ryets Annehmen deutscher Lebensgewohnheiten mit der Angst konfrontiert, in dieser Lebensart könne sie weder von Deutschen noch von Türken akzeptiert werden. Der Vater möchte im Haus als türkischer Mann regieren nach außen ein weltoffener Rechtsanwalt mit Hilfe für bedrängte Ausländer sein. Einen schwulen Sohn zu haben, ist für ihn nicht fassbar. Auch die Ausgleichsversuche der Mutter sind auch zuerst von der Angst geprägt nicht alle Widrigkeiten von der Familie fernhalten zu können. Ryet ist schon zu einem bewundernswerten festen Standpunkt entwickelt, den sie  wohl unter den Kindern als auch zu den Erwachsenen vertritt. Moritz lenkt den Blick, das in behüteter Umgebung von verständnisvollen Eltern aufwächst, deren Berufsleben das Familienleben aber beeinträchtigt, die aber trotzdem ihren Sohn klug  unterstützen und der Vater als Stadtplaner und die Mutter für Ausländer verantwortlich Moritz helfen. Der Tip vom Vater über das Leben in der Stadt, aus dem dann Moritz´ Vortrag Über das Leben in Deutschland wird und sich dann durch alle Ereignisse des Films als  Basis für die wunderbaren Bilder der urbanen und natürlichen Landschaft zieht. Auch die familiären Verhältnisse von Yassir und Aminata beleuchten Probleme, die in der Ausländerdiskussion oft nicht beachtet werden, eben das Verhältnis von Yassirs Vater zur Kindergeneration, das zeigt, dass die Erwachsenengeneration Schwierigkeiten(Sprache, Eingewöhnen ..) hat. Auch sehr eindringlich ist der Hinweis auf die „unbegleiteten Jugendlichen hat und als Basis für Bewährungsproben der Kinder dient.
    Da war ich nun bei den unbegleiteten Jugendlichen, über deren sich negativ zeigenden Lebensäußerungen man voll in der Gesellschaft spricht, aber die Probleme arbeits – und dadurch mittellos zu sein, schlimme Erlebnisse verarbeiten zu müssen und  keinen Ausweg zu sehen, das ist nicht nur kindgerecht gemacht sondern das gehörte auch hinter viele Erwachsenenspiegel. Es ist auch sehr gut, dass Erscheinungen des Fremdenhasses angeschnitten werden. Gott sei dank nicht als zentrales Thema und zum Krimi herabgedrückt, sondern als eine Zeiterscheinung, die zu beheben , wie bei Janik zu erkennen , ist. Dass die Frage der Obdachlosigkeit beim Leben in Deutschland als Thema dazugehört, rundet die soziale Umschau des Filmes ab. Dieser kindgerecht, aber nicht verniedlichte oder Soziales umgehende Film, kann bei diesen Konstellationen sehr intensiv die verschiedensten kindlichen Verhaltensweisen darstellen. Da möchte ich die typische Freude von Heranwachsenden nennen, ein eigenes Gestaltungs- und Lebensfleckchen/Kommunikationswinkel(Hütte) zu haben.

    Eine ganz zentrale Freude für Kinder ist es, einen oder mehrere Freunde zu haben, wunderbar in der gegenseitigen Hilfe, ob Anpöbelei  oder Familienprobleme, sehr berührend wie Moritz seine Freunde zur Mutter, für Ausländerfragen  zuständig, schleppt, um Hilfe zu organisieren und auch sein Vertrauen, dass sie es will und kann. Auch die Vorstellungen fremder Sitten gehören zur Befriedigung kindlicher Neugier, ferne Länder… So sehr wie Kinder sich handfest streiten (gegen Jannik) so mitfühlend sind sie beim Leiden ihrer Freunde. Kinder wollen sich freuen können über ihr Erreichtes und so ist es nur legitim, dass Moritz einen sehr guten Vortrag über das Leben in Deutschland hält, dass die Eltern mit ihm zum Sport und Eis essen gehen und Aminata wieder zu ihrer so sehr vermissten Mutter in Afrika kommt. Bei Kindern soll ja immer das Gute siegen und es ist wichtig, dass sie lachen können. In der DDR – Kinderliteratur war Ottokar der Beliebteste und die Bücher am schnellsten zerlesen.
Nachdem die Heimbetreuerin Elke erst sehr scharf auf die Regeln achtend, dann die Anliegen der Kinder erkennt, die türkische Mutter um ihren schwulen Sohn kämpft und Moritz die Beachtung seiner Eltern genießt,  werden die Erwachsenen nicht als Buhmänner sondern Menschen, die genau Probleme wie ihre Kinder haben, dargestellt. Das findet man nicht so oft in der Kinder – Elterndarstellung, und das ist gerade in diesem Alter so wichtig.

Leider bin ich keine Lehrerin , ich würde mit meinen Kindern in den Film gehen oder im Fernsehen anschauen, das ist auch gelebte, sehr gut dargestellte, Sozialkunde.  Hier könnte eine Polemik Sozialkunde weitergehen.

Lotti mit so guten Gedanken an Ryet, Moritz,Yassir und Aminata.

Samstag, 2. Dezember 2017

Kölner Karlspreisverleihung

Entnommen: http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24371 

Anlässlich der Attacken auf die Karlspreisverleihung an Ken Jebsen: Kundgebung am 14.12.2017 in Berlin
Demokratie und Meinungsfreiheit verteidigen
Von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann
Demokratie und Meinungsfreiheit sind in Gefahr. Die Kräfte des Imperiums zeigen ihr wahres Gesicht. Zu ihnen gehört auch der "linke" Berliner Kultursenator Klaus Lederer. Sie wollen die Verleihung des Kölner Karlspreises für Engagierte Literatur und Publizistik an Ken Jebsen im Berliner Kino Babylon verhindern. Sie haben dessen Betreiber – auch mittels anonymer Drohungen – derart unter Druck gesetzt, dass dieser die Veranstaltung vertragswidrig abgesagt hat. Dagegen ist eine starke Bewegung entstanden. In diesem Zusammenhang findet am 14. Dezember 2017 ab 16 Uhr in Berlin auf dem Rosa-Luxemburg-Platz zwischen Babylon, Volksbühne und der Parteizentrale der LINKEN eine Kundgebung statt. "Demokratie und Meinungsfreiheit verteidigen" ist das Motto - gestützt durch Rosa Luxemburgs Satz "Die Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden".

Kundgebungsflyer (hier als pdf)
Hier der aktuelle Planungsstand:
Donnerstag, 14. Dezember 2017, 16 Uhr
Berlin, Rosa-Luxemburg-Platz

zwischen Babylon, Volksbühne und Parteizentrale der LINKEN
Mit
  • Preisträger Ken Jebsen
  • den LINKEN Wolfgang Gehrcke, Christiane Reymann und Andreas Maurer
  • Teammitglied von KenFM-International Dirk Pohlmann
  • Liedermacher Prinz Chaos II.
  • den NRhZ-Herausgebern Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann

und denen, die noch gewonnen werden
Im Anschluss findet die Preisverleihungsveranstaltung statt.
Siehe dazu auch:
Mit den Versuchen, die Karlspreisverleihung an Ken Jebsen zu verhindern:
Eine starke Bewegung für Demokratie und Meinungsfreiheit ist entstanden
NRhZ 638 vom 22.11.2017
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24347
Berlin, 14.12.2017: Kölner Karlspreis für Engagierte Literatur und Publizistik der Neuen Rheinischen Zeitung an Ken Jebsen
KenFM – ein "Organ der Demokratie"
NRhZ 634 vom 25.10.2017
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24255


Freitag, 1. Dezember 2017

UMWELT IN GEFAHR

Neue Notizen von Judith, Mitautorin im Buch „EISZEIT-BLÜTEN“

KLIMA

Unser Lebensraum
wird abgeschafft !


In Millionen von Jahren hat sich ein so vielfältiges Leben von Fauna und Flora in seiner genialen Verknüpfung und danach der Mensch auf der Erde entwickelt. Nun ist der Mensch schon seit -zig Jahren dabei, diese Wunderwelt in einem immer schneller werden Tempo zu zerstören und die eigene Lebensgrundlage zu vernichten.

Worin liegen die Ursachen ?

Ist das genetisch bedingt, daß der Mensch mehr haben muß, als er selber verbrauchen kann ? Ist es Mißgunst, Sicherheitsbedürfnis oder eine „Fehlkonstruktion“ der Natur ? Aber er kann das nur realisieren, wenn die Rahmenbedingungen dafür vorhanden sind d.h. die gesellschaftlichen Porduktionsverhältnisse in Form des ausnahmslosen Privateigentums an Produktionsmitteln und somit eigenständig unter den Bedingungen die Produktion organisiert und die dazugehörige Arbeitskraft zur Sicherung eines Maximalprofits ausbeutet. Alles definiert sich daher über das Geld auch als Machtinstrument. Um das zu realisieren, werden die dazu erforderlichen Rohstoffe gnadenlos, wo möglich, geplündert und die Menschen, teilweise unter dem Existenzminimum lebend, ausgebeutet.
Das hat zur Folge, dass

- sich eine maßlose Überproduktion entwickelt hat, die es zu verkaufen gilt;
- die Erzeugnisse um den Globus geflogen, gefahren und geschifft werden und nicht da produziert werden, wo sie gebraucht werden;
- riesige Verpackungsmengen benötigt werden.

Große Probleme sind:

Die Menge an Kohlendyoxidausstoss hat sich weiter erhöht, u.a. durch
- Energiegewinnung aus Braunkohle und es gibt schleppende Lösungen, die Umstellung auf Elektroautos kommt nur langsam voran und wurde seit 25 Jahren bewusst unterbunden (Dieselskandal) Luftverpestung;
- Die Lichtverschmutzung in den Städten nimmt zu;
- Die intensive Tierhaltung und höher werdender Medikamentenverbrauch u.a. belastet das Trinkwasser und kann nicht mehr rausgefiltert werden;
- Der Verkehr nimmt weltweit zu, immer mehr Autobahnen, Straßen und Schienen sind erforderlich;
- die Bautätigkeit hat stark zugenommen, Naturflächen müssen weichen, intakte Gebäude werden abgerissen, Luxuswohnungen und Paläste entstehen;
- in Europa soll sich die Anzahl der Vögel um 195 Millionen verringert haben, weil ein großes Insektensterben begonnen hat;
- in den nächsten Jahren sollen weitere 10 Ozeanriesen bis zu ca. 5000 Passagieren und größer gebaut werden, die die Meere durchpflügen und z.B wie in Venedig die Stadt unterspülen;
- Flüge ab 9,99 € erhöhen explosionsartig den Flugverkehr;
- Durch fehlenden Schnee kommen immer mehr Schneekanonen zum Einsatz mit hohem Energiebedarf zu Sicherung von Tourismus, Spaß und Sport;
- Die Industrie- und Supermärkte quillen vor Waren über, teilweise noch auf der Straße angeboten. Gaststätten und Kioske an jeder Ecke und auf den Bahnhöfen. Es müssen immer mehr Pestizide eingesetzt werden, um den Rohstoffbedarf zu decken;
- Textilien (Jeanshosen) werden nach Fertigstellung wieder entfärbt, Löcher gerissen, dann wieder zugenäht damit es alt wirkt und zum Kauf anregt;
- immer mehr und neue Varianten für ein Produkt;
- Täglich wird der Regenwald um einige Fußballfelder reduziert, um den hohen Holzbedarf in Europa zu befriedigen und Plantagen für Palmöl anzulegen. Deutschland verbraucht in einem Jahr soviel Papier wie der ganze südamerikanische Kontinent. Es gibt ca. 60 Zeitschriften nur der sogenannten Yellowpresse und anderer Müll und hunderte Fachzeitschriften in Glanzpapier,
- Unmengen an Werbematerial landet täglich in den Briefkästen und wird zum größten Teil gleich wieder entsorgt;
- Papp- und Plastebecher werden tonnenweise täglich verbraucht (to go )
- Bücher und CD´s mit wertlosem Inhalt lagern millionenfach in den Regalen;
- die Qualität der Erzeugnisse des täglichen Bedarfs wurde bewusst reduziert, um schnell wieder neuen Bedarf zu erzeugen;
- immer mehr Smartphone mit seltenen Erden werden produziert und machen den Menschen krank und abhängig;
- Die technische Entwicklung ist teilweise atemberaubend, immer mehr, immer mehr!
- die Lebensmittel werden bei Fertigprodukten immer häufiger mit chemischen Substanzen durchsetzt, der Zuckergehalt nimmt zu. Obst und Gemüse werden unreif in den Handel gebracht, der Gehalt an Vitaminen und Nährstoffen hat in den letzten 30 Jahren bis zu 50 % abgenommen. Dadurch werden immer mehr Nahrungmittelergänzungspräparate gebraucht;
- Bisher unbekannte Krankheiten auch bei Haustieren nehmen zu.
Deutschland hat sich nach dem Beispiel der USA zu einer Wegwerfgesellschaft 1. Grades entwickelt. Viele Erzeugnisse haben eine lange Produktionskette hinter sich und werden z.T. nach 5 Minuten Gebrauch weggeworfen (Verpackungsmaterial u.a.). Tonnenweise werden in Supermärkten und gastronomischen Einrichtungen Lebensmittel vernichtet;
- im medizinischen Bereich ein zu großer Anteil als „Einweg“;
Auch die meisten Menschen haben sich schnell an diese Situation gewöhnt. Es wird verbraucht und weggeworfen ohne Verantwortungsbewußtsein. Es ist ja alles billig. Auf Kosten der Natur und der ausgebeuteten billigen Arbeitskräften in der Welt. So kann man durch niedrige Preise auch mehr konsumieren und es besteht kein Schuldbewußtsein, dass wir auf Kosten anderer Länder leben. „Ich kann nur reich sein, weil viele arm sind.“
In der BRD entsteht pro Bürger 37 kg Plastikmüll, d.h. 6 kg mehr als im Durchschnitt der EU. Von 2005 – 2015 ist dies um 29 % gestiegen, in der EU um 12 %.
- Die Erforschung des Kosmos erfordert einen enormen technischen und finanziellen Aufwand, der Weltraum wird immer mehr zur Müllhalde.
- Ärmer werdende Länder können aus finanziellen Gründen weniger Umweltschutz betreiben und müssen immer mehr ihre „Schätze“ hergeben.
Die Beispiele ließen sich noch fortführen. Jeden Tag neue Nachrichten über klimatische Veränderungen, verbunden mit chaotischen Wetterbedingungen. Was soll man zu diesem ökologischen und politischen Wahnsinn noch sagen. Milliardäre und Millionäre haben zu tun, ihr Geld in sinnlose Projekte zu investieren oder zu verprassen. Die Armen haben z. T. kein sauberes Trinkwasser und immer mehr Hunger in der Welt. Das wird dazu führen, dass weitere Kriege entstehen mit hohen Opfern und weiterer Vernichtung von Umwelt.

Technische Entwicklungen tragen dazu bei, den Klimawandel zu stoppen. Auch gibt es viele Privatinitiativen, die etwas bewirken, aber es reicht nicht aus. Der Mensch wird im täglichen Leben (physisch und psychisch) immer mehr durch Beschleunigung belastet.

Ich bin darüber sehr besorgt und bemühe mich mit eigenem Tun und Aufklärung etwas zu bewirken und würde mir auch wünschen, dass jeder Bürger sich bewusst wird, dass auch er eine Verantwortung trägt. Meine Auszeichnug mit dem Umweltpreis durch die Stadtverwaltung für privates Tun und sparsamen Verbrauch hat wenig Resonanz gefunden.
Es gäbe noch viel mehr zu sagen !

Die USA , einer der großen Umweltsünder, hat sich durch Herrn Trump vom Klimaschutz verabschiedet! In den tonangebenden Medien wird über die Ursachen nicht gesprochen, sondern es wird weiter auf Wachstum gesetzt. Banken und Konzerne werden wie eine „heilige Kuh“ behandelt. Die Bundeskanzlerin hat nach der Wahl sinngemäß erklärt, dass sie nicht wüsste, was sie besser machen sollte! Hunderttausende Menschen gehen auf die Straße und protestieren (Berlin, Hamburg). Dies wird ohne Kommentar abgehakt und alles bleibt beim alten. Wer dem mehr Nachdruck verleiht, wird kriminalisiert und die Polizei rüstet auf. Der Begriff Sparen existiert nur noch für Kultur, Bildung und Sport sowie soziale Maßnahmen.
Die Zerstörung unseres Planeten betrachte ich als das bisher größte Verbrechen in der Menschheitsgeschichte.
(Materialzusammenstellung aus verschiedenen Medien, Judith)

Harry Popow: „EISZEIT-BLÜTEN. ROTE-NELKEN-GRÜßE AUS BLÜHENDEN LANDSCHAFTEN“, Taschenbuch: 508 Seiten, Verlag: Independently published, Brokatbook Verlag, (17. September 2017), Sprache: Deutsch, ISBN-10: 1549766864, ISBN-13: 978-1549766862, Größe und/oder Gewicht: 14 x 3,2 x 21,6 cm, Preis: 12,50 Eurohttps://www.amazon.de/EISZEIT-BL%C3%9CTEN-ROTE-NELKEN-GR%C3%9C%C3%9FE-AUS-BL%C3%9CHENDEN-LANDSCHAFTEN/dp/1549766864/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1508245074&sr=1-1&keywords=EISZEIT-BL%C3%9CTEN




Sind wir Disney`s Lemminge?

ALEX-Meinung, ebenfalls Mitautor:


Judith´s KLIMA - eine Zustandsbeschreibung der Welt von heute. Eine beängstigende Bestandsaufnahme apokalyptischer Dimension.
So aufrüttelnd wie Judith die Fakten darstellt, müssten sie in allen Sprachen und Ländern der Welt allen Menschen bewusst gemacht werden. Aber wer liest das schon? Wo sind die Kräfte, die diesen Todesritt aufhalten? Der Planet schlägt jetzt schon zurück und die Menschheit wird von gewissenloser Politik in den Untergang getrieben.
Wer soll das Unheil noch aufhalten? Wie? Sind wir Disney´s Lemminge? Oder muss das Monster Kapitalismus zur Strecke gebracht werden? Geht das überhaupt noch?

Judith´s Sorge treibt auch mich um.


















Donnerstag, 30. November 2017

Totalitarismusdoktrin


Ideologische Zurüstung


Totalitarismusdoktrin im neuen Traditionserlass der Bundeswehr:
Gleichsetzung von Naziwehrmacht und NVA der DDR


Von Peer Heinelt

Nach insgesamt vier Workshops mit mehreren hundert Teilnehmern aus Armee, Politik und Wissenschaft liegt nun der Entwurf für einen neuen Traditionserlass des Bundesverteidigungsministeriums vor. Das Dokument regelt, auf welche Aspekte der deutschen Militärgeschichte die Bundeswehr künftig positiv Bezug nehmen wird – und auf welche nicht. Anlass der Überarbeitung des bis dato gültigen Traditionserlasses aus dem Jahr 1982 war ursprünglich das Auffliegen einer mutmaßlichen rechten Terrororganisation innerhalb der deutschen Streitkräfte, deren Angehörige offenbar ihren Vorbildern aus Naziwehrmacht und SS nacheifern wollten. Nach Ermittlungen der Bundesanwaltschaft plante die Gruppe um Oberleutnant Franco Albrecht Anschläge auf Repräsentanten des hiesigen Politikbetriebs, um diese nach erfolgreicher Ausführung Geflüchteten in die Schuhe zu schieben.

Doch schon beim ersten Traditionsworkshop des Verteidigungsministeriums Mitte August war hiervon keine Rede mehr. Und Franco Albrecht ist mittlerweile wieder auf freiem Fuß. Der Bundesgerichtshof hat den Haftbefehl gegen den Soldaten aufgehoben. Das beschloss der 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs am gestrigen Mittwoch in Karlsruhe. Aus dem bisherigen Ermittlungsergebnis lasse sich der dringende Tatverdacht auf Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat nicht herleiten, teilte das Gericht mit.

Einige Tage zuvor hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) erklärt, man müsse sich erneut der Geschichte »vergewissern«, da die Truppe in den letzten 35 Jahren nicht nur »vielfältiger und moderner« geworden sei, sondern mittlerweile auch »im Gefecht« ihrer »Verantwortung für die internationale Sicherheit« nachkomme. Ungeachtet dieser an Zynismus kaum zu übertreffenden Schönfärberei fand der neue Traditionserlass bei hiesigen Politikern und Massenmedien beifällige Aufnahme. Die sicherheitspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Agnieszka Brugger, etwa lobte den Entwurf für seine »klare Sprache« und den »umfassenden Blick auf die deutsche Geschichte«. Spiegel online verstieg sich gar zu der Aussage, das Dokument sei Ausdruck eines »radikale(n) Umdenken(s)« der politisch-militärischen Führung. Statt sich in »Anekdoten über Tapferkeit in den zwei Weltkriegen des 20. Jahrhunderts« zu ergehen, solle fortan »ausschließlich ein ›verfassungsorientierter Patriotismus‹« als traditionswürdig gelten, hieß es.

Mit der vermeintlichen Distanzierung von der Naziwehrmacht ist es indes nicht weit her. »Die Wehrmacht diente dem nationalsozialistischen Unrechtsregime und war in dessen Verbrechen schuldhaft verstrickt«, schreiben die Autoren des Entwurfs. Kein Wort fällt über den Vernichtungskrieg der Truppe in der Sowjetunion, und auch den Hinweis, dass deutsche Militärs maßgeblich an der Durchführung des Holocaust beteiligt waren, sucht man vergeblich. Zwar wird die Wehrmacht insgesamt als »nicht sinnstiftend« für die Bundeswehr bezeichnet – jedoch nur, um gleich darauf »einzelne Angehörige« von dieser Regelung auszunehmen, etwa wenn sich diese nach 1945 »besondere Verdienste« beim Aufbau der westdeutschen Streitkräfte erworben haben. Explizit zum militärischen »Traditionsgut« gezählt werden zudem »zeitlos gültige soldatische Tugenden« wie »Tapferkeit«, »Treue« oder »gewissenhafte Pflichterfüllung«, und selbst der »militärischen Exzellenz« der faschistischen Truppenführung bleibt die Anerkennung nicht versagt.

Gleich im Anschluss heißt es dann, die Nationale Volksarmee der DDR (NVA) begründe »keine Tradition der Bundeswehr«. Ausnahmen könnten nur gemacht werden, wenn sich einzelne Angehörige des »Hauptwaffenträger(s) der Parteidiktatur der SED« durch ihre »Auflehnung gegen die SED-Herrschaft« oder durch ihre Beteiligung an der eigenen Abwicklung (»Armee der Einheit«) bleibende Verdienste erworben hätten. Die Passage endet mit der unmissverständlichen Gleichsetzung von NVA und Wehrmacht im Sinne der bundesdeutschen Totalitarismusdok­trin: »Ausgeschlossen aus der Tradition der Bundeswehr sind (…) Personen, Truppenverbände und militärische Institutionen, die nach heutigem Verständnis eindeutig verbrecherisch, rassistisch oder menschenverachtend gehandelt haben.«

Mehr aus: Schwerpunkt
Experten für »Grautöne«
Bundeswehr kann auf ihre »Helden« der Nazizeit nicht verzichten
Peer Heinelt
Die scheinbare Distanzierung von der Wehrmacht dient somit allein der Delegitimierung der DDR und ihrer Streitkräfte. Das allerdings entbehrt nicht einer gewissen Logik, denn im Unterschied zur Bundeswehr war die NVA nie an völkerrechtswidrigen Angriffskriegen beteiligt. Um diese auch in Zukunft führen zu können, bedarf es wiederum ideologischer Zurüstung durch Traditionspflege – oder in den Worten des Verteidigungsministeriums: »Tradition (…) erhöht Einsatzwert und Kampfkraft.«





Dienstag, 28. November 2017

Durchseuchtes Antidemokratietheater


Säuberungs-Senator Lederer — Torhüter der einzig möglichen Ordnung!

16.11.17
LinksparteidebatteLinksparteidebatte, Debatte, Berlin

Verleihung des Kölner Karlspreises der NRhZ an Ken Jebsen unter Beschuss

… oder das Ende der Demokratie — wie wir sie kannten

Von Ullrich Mies


Die Zeiten eines halbwegs gepflegten Umgangs miteinander gehören in Deutschland längst der Vergangenheit an. Die geistigen Brunnenvergifter in Politik und Medien haben Hochkonjunktur. Ehrabschneider bestimmen die obrigkeitsstaatlich gestattete Diskursbandbreite. Demokraten haben sich auf eine autoritäre, neoliberale Parteiendiktatur einzustellen.

Nie war das Vertrauen der breiten Bevölkerung in Politik und Medien niedriger als heute. Immer häufiger seit Beginn der Bundesrepublik haben in Deutschland Politiker die Macht, deren Charakter zur Führung öffentlicher Ämter ungeeignet ist und die der Bevölkerung feindlich gegenüber stehen. Zu keinem Zeitpunkt nach dem 2. Weltkrieg spielte der Wählerwille eine geringere Rolle als heute. Die von den Tätern in den politischen Schaltzentralen drangsalierte Öffentlichkeit muss sich wehren. Die politischen Falschspieler plündern mit ihren neoliberalen Konzepten die Allgemeinheit aus und beteiligen sich an imperialistischen Angriffskriegen. Brandgefährlich ist das stetige Säbelrasseln der NATO-Führungsmacht USA und ihrer europäischen Vasallen an der russischen Grenze.

Wer in einer Demokratie ein öffentliches Amt bekleidet, trägt Verantwortung, sollte man glauben.

Was aber, wenn die Demokratie im neoliberalen Kapitalismus zur Fiktion verkommen ist und öffentliche Ämter zu weiten Teilen von verantwortungslosen „Verantwortungsträgern“, opportunistischen Apparatschiks und neokonservativen, transatlantischen Kriegstreibern besetzt und die medialen Schaltstellen von ihren reaktionären Büchsenspannern okkupiert sind?

Dann ist Widerstand die erste BürgerInnenpflicht!

Ken Jebsen organisiert diesen Widerstand medial und lässt Menschen zu Wort kommen, die in dieser geistig gezielt verwirrten Republik schon lange keine Stimme mehr haben. Er bietet Menschen ein Podium, die sich gegen die Zurichtung der Republik als Marktplatz und geistiges sowie materielles Aufmarschgebiet für neue Kriege stellen. Das unterscheidet ihn vom würdelosen, herrschaftsverliebten Prostitutionsjournalismus des Mainstream. Für seine Verdienste sollte Jebsen am 14.12. im Kinopalast BABYLON mit dem Karlspreis (nach Karl Marx) der Neuen Rheinischen Zeitung geehrt werden. Das durfte nicht sein.

Ein besonders widerwärtiges Schmierenstück für die durch die selbsternannte Obrigkeit reduzierte Diskursbandbreite in dieser Republik lieferte soeben der Berliner „Kultur“-Senator Klaus Lederer. Lederer ist Abgesandter einer sich selbst als „links“ bezeichnenden, jedoch politisch rechten Linksparteifraktion. Mit dem geistigen Stechschritt eines Polizeisenators machte er den Bluthund wider die Kultur und sorgte mit willigen Sherpas dafür, dass die Ehrung an eben diesem Ort für den als Ketzer gebrandmarkten Ken Jebsen nicht stattfinden kann.

Das ist die Neuauflage der geistigen Bücherverbrennung und die Vorstufe der modernen Inquisition. Sie brennt den Unangepassten die Kainsmale „Antisemit“, „Antiamerikaner“, „Putinfreund“ und „Verschwörungstheoretiker“ ein und macht sie damit zu Aussätzigen mit denen jeder Kontakt verboten ist. Sie erhalten Redeverbot, Auftrittsverbote im öffentlichen Raum oder angemietete Räume werden ihnen weggeputscht. Was für eine ekelhafte Spießerunkultur, was für ein geistiger Unrat, der an lange vergangen geglaubte Zeiten erinnert.

Was Lederer hier als

-    pseudolinker Wahrheitskommissar,

-    Säuberungs-Senator gegen parteiwidrige Umtriebe und damit

-    Rettungs-Senator der einzig möglichen neoliberalen Herrschaftsordnung,

-    Senator für kulturelle Reinheit und

-    leitender Kammerjäger gegen anti-NATO-Geschmeiss,

-    Oberkommandierender des Tieffluggeschwaders zur Sicherung der einzig möglichen transatlantischen Kriegsordnung gegen Russland und

-    Torhüter der „westlichen Wertegemeinschaft“ im Groß-Gau Berlin

abliefert, ist lediglich die Massakrierung der öffentlichen Meinungsvielfalt und das Ende der Demokratie, wie wir sie kannten.

Dass Lederer in einer linken Partei nichts zu suchen hat, ist klar. Stellt sich die Frage, wie links ist die Berliner Linkspartei? Oder hat sie nicht vielmehr den rechten Rand der rechten SPD rechts überholt?

Wäre das Problem mit einem Rücktritt Lederers aus der Welt? Wohl kaum! Das ganze neoliberal durchseuchte Polit- und außenpolitische Kriegsestablishment müsste zurücktreten. Erst dann hätte die Demokratie in Deutschland und der Frieden in Europa eine Chance.






Montag, 27. November 2017

Kriegsgefahr bannen


Unbequeme Wahrheiten


VERÖFFENTLICHT VON LZ ⋅ 27. NOVEMBER 2017


von Dr. Wolfgang Schacht – www.dr-schacht.com/

Auf das Schreiben des Internationalen Komitees der Vierten Internationale zum Thema „NATO verstärkt Kriegsvorbereitungen gegen Russland“ (siehe Anlage) müssen wir – die letzten Mohikaner der DDR – unbedingt reagieren.

Trotz einer in der Geschichte der Menschheit beispiellosen Hetze gegen die DDR, der Verleumdung ihrer großen wirtschaftlichen, politischen und sozialen Erfolge und der sich ständig fortsetzenden Beleidigungen ihrer Bürgerinnen und Bürger durch die kapitalistischen Massenmedien in den letzten Jahrzehnten erinnern wir uns mit Freude und Dankbarkeit an die Gründung unseres Staates am 7. Oktober 1949. Sie war unter den damaligen historischen Bedingungen die einzig mögliche und natürlich auch die einzig richtige politische Antwort auf die einseitige Währungsreform der Angelsachsen (USA und Großbritannien) in den westlichen Besatzungssektoren und auf die damit im Zusammenhang stehende Gründung der BRD am 15. September 1949. Es ist und bleibt eine unumstößliche historische Wahrheit, das Deutschland nicht von den Sozialisten und Kommunisten gespalten wurde, sondern vom internationalen Kapital und ihren Protagonisten. An dieser Tatsache ändern auch die folgenden Darstellungen bei Google nichts:

Die Symbolik ist klar! Mehr Informationen brauchen Analphabeten und Geschichtsfälscher nicht. Ein gutes Beispiel für die „moderne“ Bildung und Manipulation unserer Bürger mit der Computertechnik im 21. Jahrhundert!

Im Mittelpunkt der gesamten DDR-Politik stand von Anfang an die „Freundschaft und enge Verbundenheit mit der Sowjetunion, mit ihren Völkern und Menschen“. Nach dem hinterhältigen Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941, dem grausamen und mörderischen Vernichtungskrieg von Nazi-Deutschland, ihren europäischen und transatlantischen Verbündeten gegen die russische Zivilisation war die Orientierung auf den Großen Sieger und Befreier vom Faschismus nicht nur logisch, sondern auch menschlich verständlich. Die Sowjetunion hat in einem wahrhaft heldenhaften Kampf bis zum 6. Juni 1944 praktisch allein gegen die unbesiegbare“ faschistische Militärmaschinerie Europas gekämpft. Mögen sich die neuen Geschichtsschreiber noch so krümmen und verbiegen, an den historischen Fakten kommen sie nicht vorbei – die Sowjetunion hat die Hauptlast des Krieges getragen und unter Führung ihres Feldherren, Josef V. Stalin, den Faschismus in Europa ruhmreich besiegt. Erst als dieser Sieg offensichtlich wurde und die Rote Armee unaufhaltsam in Richtung Berlin marschierte, haben die Alliierten (Großbritannien und USA) die bereits im Sommer 1942 versprochene Zweite Front eröffnet.

In den Geschichtsbüchern unserer Kinder und Kindeskinder finden wir darüber kein einziges Wort. Die 1945 aus den Konzentrationslagern befreiten Sozialdemokraten und Kommunisten schworen damals, die Spaltung der Arbeiterklasse (jetzt „Arbeitnehmer“) zu überwinden und niemals wieder einen Krieg in Europa zuzulassen. Sie verlangten die harte Bestrafung der Kriegsverbrecher, der Helfershelfer von Hitlers Machtapparat und aller Kriegsgewinnler. Die Junker (damals ein Sammelbegriff für die Aristokraten bzw. Adligen, die Hitler geholfen haben, grausame Kriege zu führen) und großen Konzerne sollten entmachtet und enteignet werden. In den Ohren unserer Kinder klingt es jetzt wie ein Märchen: Alle Forderungen der Antifaschisten in den Nachkriegsjahren wurden in der DDR konsequent umgesetzt, in der BRD de facto nicht!

Die gegenwärtigen Kriegsvorbereitungen der NATO gegen Russland werden lt. Spiegel als angemessene Reaktion einer „russischen Annexion“ der Krim gerechtfertigt. Von vielen Lesern des Artikels werden diese Aktionen als „interessant“, aber auch als „besorgniserregend“ betrachtet. Sind wir total verrückt geworden? Wann organisiert die Partei „DIE LINKE“ europaweit Massenproteste der „Arbeitnehmer“ gegen die Kriegspolitik der NATO und der USA? Der IS (Islamischer Staat) wurde von den USA für den Kampf gegen die fortschrittliche Menschheit geschaffen. Er ist der neue Hitler des Westens. Mit seiner Hilfe will das „Imperium des freien Kapitals“ ganz Europa wieder in einen Krieg gegen Russland treiben.

Im völligen Einklang mit dem geltenden Völkerrecht haben sich die Bewohner der Krim am 16. März 2014 in einem Referendum für den Anschluss ihrer Region an ihre historische, geistige und kulturelle russische Heimat entschieden. Mit der an die Macht gelangten faschistischen ukrainischen Regierung in Kiew wollten sie nicht mehr zusammenleben. Folgen wir der Logik der USA und ihrer europäischen Vasallen, dann war der Anschluss der DDR an die BRD keine Wiedervereinigung, sondern eine Annexion. Die Forderung nach einem Referendum der DDR-Bürger für bzw. gegen eine „Vereinigung“ mit der BRD wurde schon im Ansatz vom Tisch gefegt.

Am Vorabend der Vorbereitung eines neuen imperialistischen Weltkrieges müssen wir folgendes feststellen:

Wie haben unsere historische, geistige und kulturelle deutsche Heimat (die DDR) verraten und sind mit wehenden Fahnen zu unserem politischen Gegner übergelaufen. Wir haben unsere moralische Verpflichtung verraten, gute und freundschaftliche Beziehungen mit Russland zu pflegen. Im Gegenteil, gemäß Weisung der USA entwickelt Deutschland aktiv – gemeinsam mit anderen europäischen Staaten – eine beispiellose Politik der Russophobie und der Sanktionen. Wir kämpfen nicht gegen die Zunahme der starken faschistischen Parteien und Bewegungen in Estland, Litauen, Lettland und in der Ukraine.

Wir haben zugelassen, dass unser sozialistisches Staatseigentum, die materielle Grundlage für die Sicherung einer friedlichen Welt und wahrer sozialer Gerechtigkeit (Profitwirtschaft, Preistreiberei und Spekulationen mit lebenswichtigen Gütern und Leistungen waren unmöglich), privatisiert wurde.

Wir haben zugelassen, dass ehemalige DDR-Bürger verachtet, beleidigt, rniedrigt, gedemütigt, eingeschüchtert, verängstigt und belächelt werden.

Wir haben zugelassen, dass durch die totale Privatisierung der Daseinsvorsorge (Bildung, Wissenschaft, sozialer Wohnungsbau, Verkehr,Gesundheit,Gasversorgung, Wasserversorgung, Stromversorgung, …) sämtliche Regeln der Moral und Ethik außer Kraft gesetzt wurden. Die Vernunft, der Verstand und die Verantwortung für das Gemeinwohl der Menschen wurde allein dem Streben nach Maximalprofit geopfert. Deshalb werden die Preise für alle privaten Leistungen der Daseinsvorsorge auch künftig weiter steigen.

Wir haben zugelassen, dass unsere Kinder und Kindeskinder eine äußerst miserable Schulausbildung erhalten, dass ihre Sprache, ihre Kunst und Kultur pervertiert wird, dass ihre Arbeit bei ständig zunehmenden Ausbeutungsgrad immer schlechter bezahlt wird und dass sie in dieser menschenfeindlichen und menschenverachtenden Gesellschaft keine Perspektive haben.

Wir haben zugelassen, dass die Armen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden. 1% der deutschen Bevölkerung besitzt mehr als 40% des gesamten Reichtums.

Wir haben zugelassen, dass sich die Massenmedien in den Händen der herrschenden Oberschicht befinden und dass wir von ihnen im Sekundentakt pausenlos belogen, betrogen und ver … werden. Die allgemeine Zensur ist nicht zu übersehen. Wir haben zugelassen, dass auch im Bereich der Ethik, Moral und im sozialen Verhalten Minderheiten über Mehrheiten bestimmen.

Wir haben zugelassen, dass die Aristokratie wieder an den Schalthebeln der Macht sitzt und ein Oberst Graf von Stauffenberg, der bis 1944 ein treuer Anhänger von Adolf Hitler war, in Deutschland die Symbolfigur des antifaschistischen Widerstandskampfes ist.

Ausgehend von den eigenen Lebenserfahrungen können Sie, verehrter Leser, diese Aufzählung ohne Zweifel auch mit anderen unbequemen Wahrheiten ergänzen. Wird uns das Leben für unseren Verrat, für unsere völlig unzureichende Zivilcourage und für unseren fehlenden Stolz auf unseren sozialistischen Staat bestrafen? Wir wissen es nicht!

Über Russland mache ich mir keine Sorgen. In meinem Beitrag „Was wollt ihr eigentlich von Russland?“ ( http://www.dr-schacht.com/Was_wollt_ihr_eigentlich_von_Russland.pdf ) habe ich geschrieben:

Ihren Gerechtigkeitssinn und ihre grenzenlose Solidarität mit den Schwachen in dieser Welt haben die Russen bis heute bewahrt. Wenn der Feind ein Land überfällt, dann läuten bei ihnen alle Glocken. Ob klein oder groß – sie werden zu echten Kriegern und kämpfen gemeinsam, selbstlos und heldenhaft gegen ihn. Die Geschichte liefert dafür genügend Beweise – der Feind hat keine Chance!

Diejenigen, die immer noch die Absicht haben, Russland zu überfallen und denken, dass die Russen auf den Knien liegend sie mit Willkommensbrot und Blumen empfangen, werden sehr überrascht und enttäuscht sein. Denn sie werden mit einem Bild konfrontiert, das ihnen überhaupt nicht gefällt. Der russische Bürger wird zum Krieger und neben ihm steht plötzlich eine ganze Armee seiner furchtlosen Brüder aus allen Völkern und Nationalitäten Russlands.

Kein Aggressor wird den Angriff überleben! Das gilt auch für die NATO!
Denken wir immer daran: Russland kann man nicht verstehen, man kann es nur achten und lieben! Weder mit amerikanischen Waffen noch mit Sanktionen kann man es besiegen.
Es kommt die Zeit und wir werden wieder Partner und Verbündeter von Russland sein.

Dr. Wolfgang Schacht 07. November 2017



Freitag, 24. November 2017

Schuldfrage und Vermächtnis

Die Schuldfrage und das Vermächtnis



Die Ausschmückung von Diensträumen mit Exponaten und Darstellungen der Wehrmacht und der NVA oder ihrer Angehörigen ist außerhalb von Ausstellungen in Militärgeschichtlichen Sammlungen nicht gestattet...“
(Siehe: http://augengeradeaus.net/2017/11/dokumentation-entwurf-des-neuen-traditionserlasses-der-bundeswehr/ )

Wer das richtig zu lesen imstande ist in dieser Dokumentation zum Entwurf des neuen Traditionserlasses der Bundeswehr, traut seinen Augen nicht: Da wird zwischen Bundeswehr und NVA ein Gleichheitszeichen gesetzt. Weder hinter der im Interesse des Finanzkapitals verbrecherischen Kriegshandlungen der Wehrmacht bestehenden tatsächlichen gesellschaftlichen Ursachen noch die dem westdeutschen Kapital Paroli bietende Politik des ersten deutschen Arbeiter-und Bauern-Staates samt ihren Streitkräften findet Erwähnung. Das dient der Machterhaltung des heutigen deutschen Imperialismus. Der Antikommunismus lässt grüßen.

Als einstiger Militärjournalist in der NVA stehe ich zu meinem Dienst. Ich bin stolz darauf, einen tiefen Sinn darin gesehen zu haben. Und mit mir unzählige Mitstreiter. Und heute, im Jahre 2017? Was kann man denn von einer manipulierten imperialistischen Armee anderes erwarten als Diffamierungen auch gegen die Friedensarmee NVA. Der imperialistische Staat heuchelt auch in diesem Entwurf nach Frieden zu streben. Die Tatsachen sprechen eine andere Sprache. An der Einschätzung dieses Staates und ihrer Armee als Vollstrecker des Willen der Wirtschaftseliten, die Stabilität des marktgetriebenen Systems zu festigen, ändert sich nichts, nichts an einem klareren politischen Profil der Parteien, nichts an weiteren Ängsten des Volkes um die Zukunft. Gut zu erkennen am Kasperletheater der Bundestagswahlen. Der Schrei nach grundlegenden Veränderungen, von einigen Großmäulern hinausposaunt, um das Volk zu beruhigen und zu täuschen, verhallt ungehört vor allem bei jenen, die tief im Sattel der Konsumzufriedenheit sitzen.

Weshalb dieser pessimistische Ton? Hat vielleicht jemand im Zerrspiegel des Wahlkampfes vernommen, ob auch die Probleme Krieg/Frieden angesprochen wurden? Hat jemand die Finger auf jene Wunde gelegt, die seit der Befreiung vom Faschismus im Westen Deutschlands bis heute nicht einmal Erwähnung findet: Die Ursachen des Krieges und der im Jahre 2017 aggressiven Behauptung, Deutschland müsse mehr Verantwortung in der Welt übernehmen und schon wieder drauf und dran ist, die Rüstung weiter hochzupeitschen und sich für einen neuen Krieg zu rüsten? Spielte dies eine Rolle im Wahlkampf?

Um zu verändern braucht es in der Friedensbewegung einen größeren geistigen Tiefgang und Entschlossenheit, dieser gefährlichen Wackelpudding-Gesellschaft in den Arm zu fallen. Die Schuld an Kriegsverbrechen sucht die Herrschaftselite nicht bei sich selbst, sondern beim Volk, bei den Deutschen damals, bei den Wehrmachtssoldaten. Welch eine Ablenkung von den eigentlichen Verursachern, den damaligen und den heutigen, die sich hinter der Maske von Freiheit und angeblicher Demokratie verbergen.

Dass die NVA-Angehörigen dem Schranken setzten und den deutschen Friedensstaat im Ernstfall im Bündnis des Warschauer Vertrages zu verteidigen bereit waren, das ist ein unglaublich großartiges Vermächtnis. Die Schuldfrage aber nach einem neuerlichen Aufbegehren des deutschen Kapitals, besonders mit Hilfe der Rüstung und der Bundeswehr, liegt auf der Hand.

Harry Popow



Donnerstag, 23. November 2017

Das Geschäft mit dem Tode


Deutsche Mordlust


Traditionspflege der Bundeswehr


Von Arnold Schölzel

Staatlich lizenzierter Mord im Ausland wurde nach dem Anschluss der DDR 1990 das Geschäft der Bundeswehr. Bis dahin hinderten die Existenz des ostdeutschen Staates und seiner Armee sowie deren Integration in das Bündnis des Warschauer Vertrages entsprechende Ambitionen im deutschen Westen. Nach der Bundeswehr-Beteiligung am Bombardieren Jugoslawiens 1999, nach deutschen Massakern in Afghanistan wie dem in Kundus 2009, nach der Hilfestellung bei jedem staatsterroristischen Akt der USA seit 1991 sollte die Bundeswehr nach dem Willen des damaligen Kriegsministers (2011–2013) Thomas de Maizière (CDU) schönfärberisch »Armee im Einsatz« genannt werden. Hauptsache, keiner redet von Krieg. Deutschland macht mit, und das Beschweigen in den Bürgermedien klappt.

Tatsache ist dennoch: Das vergangene Vierteljahrhundert hat die »Parlamentsarmee« und diesen Staat zur Kenntlichkeit verändert. Er wurde einmal gegründet, um eine Armee gegen die Sowjetunion aufzustellen, nicht etwa weil der Staat eine brauchte. Das prägt. Heute ist diese Truppe, deren erste Offiziere durchweg für das faschistische Deutschland gekämpft hatten, bereit für die Teilnahme an jedem Krieg des Westens, egal ob völkerrechtlich abgesegnet oder nicht. Sie gewährleistet, dass die jeweils im Weißen Haus amtierenden Drohnenmörder ungestört die US-Infrastruktur auf dem Territorium der Bundesrepublik nutzen dürfen, sie ist bei der Stationierung und Aufrüstung in Osteuropa ganz vorn mit dabei. Jene Kräfte in der NATO und in Berlin, für die ein Krieg gegen Russland so gut wie beschlossene Sache ist, können fest auf sie bauen. Das Führungspersonal ist ideologisch auf Angriff eingestellt.

In mehr als 25 Jahren hat sich so allerhand eigenes Heldenmäßiges angesammelt. Da ist es zunächst überraschend, dass das im zehn Seiten umfassenden Entwurf der »Richtlinien zum Traditionsverständnis und zur Traditionspflege« (im Internet abrufbar bei Spiegel online) nicht gebührend gewürdigt wird. Allerdings: Das entspricht der Bundeswehr-Camouflage seit ihrer Gründung. Die neuesten deutschen Kriege kommen daher nur am Rande vor, z. B. in einer Formulierung wie: Der »Beitrag der Bundeswehr zum internationalen Krisenmanagement sowie ihre Bewährung in Einsätzen und im Gefecht« sei traditionsstiftend. Aus Afghanistan sind übrigens in 16 Jahren »Krieg gegen den Terror« 2,5 Millionen Menschen ins Ausland geflüchtet. Die »Bewährung« wird demnächst verlängert.

Eher grotesk angesichts der neuen deutschen Mordlust und Vertreibungswut: Der Entwurf befasst sich ausführlich mit Wehrmacht und Nationaler Volksarmee der DDR (NVA). Das notorische Gleichsetzen beider gehört einfach zum Traditionsbestand der Bundeswehr und der Bundesrepublik insgesamt. Eine Armee, die bis zu 80 Millionen Tote hinterlassen hat, wird auch 2017 von Amts wegen mit einer gleichgesetzt, die an keinem Krieg beteiligt war. Für die Vorbereitung auf den nächsten ist das unerlässlich.



Dienstag, 21. November 2017

Wahl-Irrläufer

Entnommen: http://www.rationalgalerie.de/home/jamaika-waehlen-bringt-nichts.html



Rationalgalerie : Eine Plattform für Nachdenker und Vorläufer

Jamaika: Wählen bringt nichts



Nur selber handeln macht klug

Autor: U. Gellermann
Datum: 21. November 2017

Was mag man dem smarten Herrn Lindner in den Jamaika-Verhandlungen verweigert haben? Durfte er in der neuen übergroßen Koalition nicht Außenminister werden? Nur weil der grüne Cem Özdemir unbedingt den Job haben wollte? Das, so dachten sich die anderen Damen und Herren von der FDP, das wäre aber gar nicht gegangen! Hatte man doch traditionell mit Genscher oder Westerwelle im Außenamt Punkte für die Partei sammeln können. Aber, so hat es sicher bei den GRÜNEN gegrummelt, wir hatten sogar mal einen Außenminister, der am ersten neuen Krieg der Deutschen im Ausland beteiligt war. Fischer und Jugoslawien, ein unvergessenes Auslands-Reise-Erlebnis. So toll, so kühn, so glatt das Völkerrecht brechen, das konnten nur wir. Uns gehört das Außenamt! So musste Jamaika denn scheitern.

Doch da meldet sich der Mann mit der weißen Föhnfrisur in der Diskussion, Frank-Walter, der Architekt des Hartz-IV-Gefängnisses, steckt den Kopf aus dem Schloss Bellevue in die Berliner Herbstluft und mahnt: „Den Auftrag nicht an die Wähler zurückgeben“. Genau, wo kämen wir denn da hin, wenn das Wahlvolk selbst den Salat, den es gewählt hat neu mischen dürfte! In Deutschland, da war sich die Mehrheit der Kommentatoren aber so was von einig, wird gegessen was auf den Tisch kommt! Wo kämen wir denn da hin, wenn der Deutsche wie jeder dahergelaufene Ausländer einfach neu wählen würde. Das wäre ja Anarchie!

Auf die GRÜNEN ist spätestens seit dem Jugoslawienkrieg Verlass: So kann der grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann den Jamaika-Verhandlungen durchaus Positives abgewinnen: Die weitere Annäherung seiner Partei an die Union findet er wirklich gut. Und nachdem der angepasste Herr aus Baden-Württemberg schon im Wahlkampf für seine Angela gebetet hatte, weiß er jetzt erst Recht: "Sie macht auf mich weiterhin einen starken Eindruck“. Wenn schon kein Ruck durch Deutschland geht, dann doch wenigstens ein Aufatmen: Angela macht weiter, so oder so.

"Ich kann mir aber auch nicht vorstellen, dass die verhandelnden Parteien ernsthaft das Risiko von Neuwahlen heraufbeschwören wollen", ruft der Mann mit der weißen Friseur-Leistung in die Debatte. Walter Steimeiers Karriere verlief immer in der zweiten Reihe. Im Windschatten von Gerhard Schröder kannte er kein Risiko. Und deshalb fallen ihm auch immer Kalendersprüche ein: "Es geht darum, gemeinsam eine Heimat zu schaffen, in der sich möglichst viele zuhause fühlen. Das ist höchst anspruchsvoll in Zeiten großer Veränderungen."

Heimat: Welch ein schönes Wort für ein Land, in der keine der Jamaika -Parteien in den Verhandlungen ein klares NEIN zur beabsichtigten Verdoppelung der Rüstungsausgaben sagen wollte. Man hätte ja die Rüstungsindustrie verärgern können. Dann lieber, so schweigt Jamaika, die Infrastruktur der Heimat kaputtsparen. Schlechte Straßen, miese Schulen und öffentliche Armut zugunsten der Rheinmetall & Co in Kauf nehmen. Die armen Deutschen: Sie werden, wenn sie sich selbst regieren wollen, das Risiko außerhalb der Parlamente suchen und finden müssen. Wählen, das zeigt Jamaika erneut und drastisch, bringt genau so viel wie die manipulierenden Medien zulassen. Nur selber handeln macht klug.

https://abruesten.jetzt/2017/11/prominenter-aufruf-aus-der-gesellschaft-abruesten-statt-aufruesten/

Die Startseite wurde von Angelika Kettelhack lektoriert.


Am 21. November 2017 schrieb Harry Popow:



Wackelpudding

Neuwahlen hin und her. Mögen sie kommen, es ändert sich nichts: Nichts am Willen der Wirtschaftseliten, die Stabilität des marktgetriebenen Systems zu festigen, nichts an einem klareren politischen Profil der Parteien, nichts an weiteren Ängsten des Volkes um die Zukunft. Der Schrei nach grundlegenden Veränderungen, von einigen Großmäulern hinausposaunt, um das Volk zu beruhigen und zu täuschen, verhallt ungehört vor allem bei jenen, die tief im Sattel der Konsumzufriedenheit sitzen. Weshalb dieser pessimistische Ton? Hat vielleicht jemand im Zerrspiegel des Wahlkampfes vernommen, ob auch die Probleme Krieg/Frieden angesprochen wurden? Hat jemand die Finger auf jene Wunde gelegt, die seit der Befreiung vom Faschismus im Westen Deutschlands bis heute nicht einmal Erwähnung findet: Die Ursachen des Krieges und der im Jahre 2017 aggressiven Behauptung, Deutschland müsse mehr Verantwortung in der Welt übernehmen und schon wieder drauf und dran ist, die Rüstung weiter hochzupeitschen und sich für einen neuen Krieg zu rüsten? Spielte dies eine Rolle im Wahlkampf? Um zu verändern braucht es in der Friedensbewegung einen größeren geistigen Tiefgang und Entschlossenheit, dieser gefährlichen Wackelpudding-Gesellschaft in den Arm zu fallen. Man tue, was man kann.